"Baustelle" Hund - Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.
Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.

 
 








 


Das Wichtigste ist, dass wir mit uns selbst so klar kommen, dass wir dem Hund gegenüber klar auftreten können. [...]
Wenn ihr soweit seid, wird euch euer Hund zu 100% verstehen und zwar von Heute auf Morgen. 
(aus: Hundehalterschulung 1 von Anita Balser)


Trainingstipps

Affentänze beim Heimkommen des Menschen, zu Fütterungszeiten sowie beim Fertigmachen zum Spazierengehen kriegt man am Besten eingedämmt, wenn man den Hund auf der einen Seite einfach machen lässt, während man ihn auf der anderen Seite ignoriert, bis er von selbst merkt, dass er mit diesem Verhalten nicht weiter kommt.
 
Strenge Blicke (Augenbrauen hochziehen!) und ggf. ein "verächtliches" Schnauben, mit zeitgleichem Abwenden des Blickes (den Hund "links liegen lassen"), sind in solchen Situationen äußerst hilfreiche und vor allem artgerecht kopierte Verhaltensweisen, um ein schnöseliges Getue in kürzester Zeit in die gewünschte Bahnen zu lenken.

Hat sich der Hund beruhigt, kommt man sofort (innerhalb der ersten 5 Sekunden) von sich aus auf ihn zur Begrüßung zu, stellt ihm den Napf zum Fressen hin oder macht sich gemeinsam (weiter) für das Gassi fertig.

Hinweis: Gerade bei der Lektion bzgl. Fertigmachen für's Gassi sollte Mensch darauf achten, sich nicht in allzu unbequemen Stellungen zu befinden (Jacke anziehen, Schuhe binden, den Hund anleinen wollen etc), da man unter Umständen minutenlang darin ausharren muss, bis der Hund runter gefahren ist.

Wichtig: Den Zeitrahmen für diese Übung nicht so knapp kalkulieren, wenn der Hund wirklich raus muss!

 
Tipp: Um dem Hund zu signalisieren: Jetzt geht's raus, aber nur, wenn du keinen Terz veranstaltest! empfiehlt es sich, ihn zuhause "nackt" (sprich: ohne Halsband oder Geschirr) zu lassen.

Mit der Zeit wird er lernen, dass wenn Halsband bzw. Geschirr ins Spiel gebracht wird und er sich kooperativ verhält, es umso schneller "gemeinsam ins Abenteuer" geht.


Ständiges Hintergetippel in der Wohnung und daraus meist resultierendes im Weg stehen, ist über kurz oder lang nicht nur nervig, sondern kann auch eine gewisse Verletzungsgefahr für Mensch (heftiges Stolpern / Stürzen) und Tier (auf die Pfoten treten, schwerer Tritt gegen den Brustkorb etc.) darstellen.


Deshalb drehen wir Zweibeiner den Spieß einfach um, indem wir immer wieder mal über den Tag (ggf. auch die Nacht) verteilt und ohne jede "Vorwarnung" anfangen, einige Minuten wie blöd geworden die Zimmer zu wechseln - hier was suchen, dort was machen, da was schauen... Anfangs wird der Hund versuchen, "am Ball zu bleiben" um ja Nichts zu verpassen.

Irgendwann - unter Umständen sieht man es ihm auch deutlich an, wie genervt er von der Aktion des Menschen ist - fängt es an, ihm zu blöd zu werden und er bleibt immer öfters stehen. Vermutlich, um abzuchecken, ob es sich überhaupt lohnt, dem Menschen nachzulaufen oder ob er (der Mensch) schon wieder was für ihn (den Hund) total unlogisches und vor allem unrentables macht.

Richtig aufdringlichen Vierbeinern (die, denen so schnell gar nichts "zu blöd" wird) kann man zusätzlich mit sog. Body-Blocks ihren Bewegungsfreiraum eingrenzen, indem man ihnen als Mensch "rotzfrech" über den Weg kommt, sie durch leichte (!!) Schubser kommentarlos (!!) zur Seite schiebt und weiter sein Ding durchzieht.

Sobald sich der Hund von selbst in seinen Korb, aufs Sofa oder sonst wo hin verzieht, wo er sein soll bzw. darf, wird der Wahnsinn sofort gestoppt, zum Hund gegangen und gelobt.


Tipp: Sorgen Sie für eine gerade, möglichst logische Linie im gemeinsamen Leben und machen Sie sich interessant sowie spannend, wenn's sein muss auch zum Affen für Ihren Caniden. Verkörpern Sie, dass Sie sehr wohl Herr der Lage sind. Grenzen setzen (können) schadet Hunden nicht, im Gegenteil!

Selbstverständlich unter Miteinbeziehen der hundischen Bedürfnisse und wie lange er geduldig auf Sie warten musste, bestimmen Sie die Zeit, Art und Dauer des Spiels, die Zeit der Fütterung, die Zeit, den Ort, die Richtung sowie Dauer des jeweiligen Spazierengehens, die Zeit des gemeinsamen Rumalberns, die Zeit des gemeinsamen Ruhens etc.

Eine der wenigen Gegebenheiten, bei denen auch der Hund ein Mitbestimmungsrecht von sich aus eingeräumt bekommen sollte: das Kontaktliegen.

Haben Sie ohnehin gerade nichts Besseres zu tun, als auf dem Sofa oder im Bett zu liegen und haben "vergessen", den Hund dazu einzuladen: gestehen Sie ihm die freie Entscheidung zu, wenn er zu verstehen gibt, sich zu Ihnen gesellen zu wollen.

Um sich keinen kleinen Tyrann und Bestimmer zu erziehen, empfehle ich Fütterungs- sowie Gassizeiten nicht punktgenau auf bestimmte Uhrzeiten zu legen, sondern auf ein Zeitfenster von +/- 1 Stunde hinzuarbeiten.

Beides hat den Vorteil, dass wenn bspw. der Mensch aufgrund irgendeines Vorkommnisses "zu spät" kommt, der Hund noch nicht in die Wohnung gemacht bzw. versucht hat, sich sein Futter selbst "zu besorgen" und dabei die Bude verwüstet - der Mensch war ja nicht da und es war schließlich seine Zeit!

Auch sollte es ein oder zwei andere Menschen im Leben des Hundes geben, von denen er sich vertrauensvoll ausführen und füttern lässt.

Denn: was machen Sie, wenn Sie bspw. einen Unfall hatten und direkt im Krankenhaus landen? Oder beruflich bzw. straßenverkehrsbedingt eine ungeplante Verlängerung der Abwesenheit eintritt? Kein Hund (und auch kein anderes Tier!) kann von Jetzt auf Gleich zum "Selbstversorger" werden, weil sein Mensch ausfällt bzw. "auf sich warten lässt".
 

 

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