"Baustelle" Hund - Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.
Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.

 
 
 


Auch die besten Erziehungs- und Ausbildungsmethoden werden nichts nützen, wenn Sie Ihren Hund nicht art- und rassegerecht halten.
(aus: Hundeerziehung von Sabine Winkler)


Trainingstipps

Gino und sein (für mich) ganz besonderes Kunststück: sich Futterstücke auf die Pfoten legen lassen und erst auf Freigabekommando nehmen.Der Trainingserfolg hängt nicht primär von der Auffassungsfähigkeit des Hundes, sondern der Souveränität, Geduld sowie Nachhaltigkeit des Menschen ab. Ein Trainingserfolg ist nicht automatisch nach nur einer Übung gegeben, sondern erst dann, wenn man die Anzahl der Übungseinheiten zunehmend minimieren kann.

Auch wenn eine Lektion seitens des Hundes verstanden und gefestigt zu sein scheint, sollte man diese Übungen niemals ganz einstellen, sondern immer wieder in eine passende Situation einbauen.

Unnötiger bzw. übertriebener körperlicher Einsatz (bspw.: Nackenschüttler, ins Sitz oder Platz drücken etc.), um dem Hund "zu zeigen, wo's lang geht", ist für Lernen auf Basis des gegenseitigen Vertrauens und Respekt absolut fehl am Platz und entspricht auch nicht der artgerechten Erziehung auf Hundisch.

Ein Hund sollte sich darauf freuen, mit (s)einem Menschen Zeit zu verbringen, um zu lernen und nicht aus Angst vor Körperlichkeiten "funktionieren". Neandertalerhafte Körperlichkeiten und / oder Hilfsmittel hemmen nicht nur den Hund, sondern kosten auch den Menschen unnötige Substanz und wertvolle Zeit geht sinnlos verloren.

Mit dem Hund zu arbeiten, mit ihm zu trainieren, sollte niemals als "notwendiges Übel", sondern als eine gemeinsame Aktivität und Spiel verstanden werden. Dies garantiert nicht nur Übungserfolge, es trägt auch positiv zur gegenseitigen Bindung und Verständnis füreinander bei.

Was viele Hundemenschen immer gerne mal vergessen (oder ignorieren?): während man einem menschlichen Wesen durch Worte klar machen kann, dass etwas Falsch oder Richtig lief, fasst der Hund jede Art von Aufmerksamkeit durch Sprache, Blick, Streicheln als Bestätigung für sein Tun auf.

Hunde zu erziehen und zu führen ist eigentlich recht einfach, denn es besteht im Grunde genommen nur aus zwei Aspekten, die es situativ zeitnah zu beachten gilt: Bestätigung und Ignoranz.

Das heißt: Erwünschtes Verhalten durch Aufmerksamkeit (Lob, Streicheln, Leckerchen, Spiel) belohnen, unerwünschtes Verhalten kommentar- und blicklos ignorieren -
keine unnötigen, verbal ausschweifenden Diskussionen mit dem Hund führen wollen.

Nicht nur um den Hund zu verstehen, sondern auch um sich selbst gekonnt mitzuteilen, ist stets die Kommunikation durch das Gesamtpaket (Körperhaltung, Mimik, Gestik) zu beachten.

Um keine "Hinz und Kunz-Hundeschulen" herauf zu beschwören, halte ich meine persönlichen Trainingsweisen ganz bewusst knapp, sondern spreche lediglich typisches, situatives Hundeverhalten näher an, welches sich im Grunde genommen unglaublich einfach nachahmen lässt.

Wer über ernstzunehmenden Hunde(sach)verstand verfügt, kommt damit problemlos klar. Wer dies nicht artgerecht sowie sachgemäß umzusetzen versteht, sollte von Eigenexperimenten die Finger lassen und sich lieber professionelle, kompetente Hilfe in Form eines / einer geschulten Hundetrainers /- trainerin holen ... oder sich die Anschaffung / das Behalten eines Kanidens noch mal reiflich überlegen.

Auf die üblichen Basics wie Sitz, Platz und Bleib werde ich nicht näher eingehen und was Apportieren sowie die (annähernd) freiwillige Herausgabe eines Gegenstands (Aus oder Gib) betrifft, verweise ich u.a. auf meinen Blogeintrag zum Thema Futterbeutelspiel.

Hinweis: Bei allen Bemühungen rund um den Hund, sei es beim Eigenen oder beim Pflegefell, sollten wir uns niemals weder selbst etwas vormachen, noch uns unserer Sache absolut sicher sein!

Das Zusammenleben kann sich eine ganze Weile geradezu traumhaft gestalten, Stolz und Zufriedenheit über Geschaffenes haben die Oberhand, aber irgendwann wird es - garantiert! - wieder Momente der Rückschläge oder "Ausrutscher" geben, mit denen man dann sachlich-hundisch, nicht menschlich!, umzugehen wissen muss.

Gelingt es deinem Hund, der sich bspw. monate- oder jahrelang in nichts Stinkigem mehr gewälzt hat, weil du es drauf hattest, diesen Impuls umzulenken, im Freilauf einen Rehkadaver ausfindig zu machen und darin ein "Bad" zu nehmen ... nimm es wort- sowie emotionslos zur Kenntnis, leine deinen Hund an, breche das Gassi ab (- halte deinen Mund! -), stelle deinen Hund zuhause wie selbstverständlich in die Wanne und tu hinter alledem so, als sei nie etwas Besonderes gewesen. ;-)


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