"Baustelle" Hund - Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.
Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.

 
 















 


Hunde mit echten psychischen Problemen, verändert man nicht über Nacht. Wir sind doch nicht im Märchen, das dauert seine Zeit!
(...) Wenn man einem Hund auf kontrollierte und ruhige Weise erlaubt, das zu tun was ihm Spaß macht, dann beruhigt es den Hund
in vielen anderen Lebensbereichen.
(aus: Der Hund oder ich! von & mit Victoria Stilwell)


Tipps für Pflegestellen - Fortsetzung
  

- Hundesteuer? Ach was, die meisten Gemeinden machen sich die Mühe mit An- und Abmeldung doch gar nicht, wenn bzw. weil sie bereits wissen, dass der Hund nur wenige Wochen oder Monate in der Pflegestelle sein wird. Verlasst euch nicht blindlings darauf! So unterschiedlich die Gestaltung und Erhebung der Abzocke von Ort zu Ort ist, so verschieden sind auch die Gemeinde-Mitarbeiter drauf!

Hinweis: Nur wenige Gemeinden räumen eine "Frist" von wenigen Wochen ein, die sich ein Tiersch[m]utz-Hund steuerfrei in einem privaten oder behördlich genehmigten Pflegehaushalt aufhalten darf. Nach dieser Zeit muss das Tier entweder vermittelt sein oder die Steuer wird fällig!

Selten ist die erfolgreiche Vermittlung, von einer "ach so geschundenen (oder angst-aggressiven) Tier-Seele" in einem so knappen Zeitrahmen zu schaffen ... und noch seltener ist eine Gemeinde der Gnade halber bereit, auf nur 1 €uro zu verzichten. Den chronisch klammen, weil oftmals missgewirtschafteten Kommunenhaushalt aufzustocken hat Vorrang. - Nun erst recht nach dem niederschmetternden "Versehen" beim EGMR in Bezug auf die Hundesteuerklage.

- Hundehaftpflichtversicherung? Vor allem kleinere Tierschutzorganisationen, Privatpersonen sowieso, die gerade genug Leute haben, um den "Laden" am Laufen zu halten, kümmern sich in erster Linie um die (mehr oder weniger notwendige?) Rettung von als hilfsbedürftig befundenen Tieren - da kann man sich nicht auch noch mit "Versicherungskram" aufhalten und dann womöglich auch noch Deutschland weit?! Also, bitte...!

Außerdem und überhaupt: Weder die Organisation, noch die "engagierte" Privatperson, sondern derjenige, der das Tier in seiner direkten Obhut hat, ist für ein schadenfreies Miteinander verantwortlich! - Sicher dich selbst ab oder lass es! Wenn du es lässt, trägst du jedoch alle Konsequenzen im Fall der Fälle!

- Vermittlung! Du hast dir über Wochen oder Monate hin für den Schützling den Hintern (in der Regel auch den Geldbeutel) aufgerissen? Ihn in unzähligen Trainingseinheiten zu einem selbstbewussten, sozialverträglichen Fell gewandelt, wobei es allerdings auch gilt, dran zu bleiben und nun hat ein stinknormales, ("nur") liebevolles, neues Zuhause Interesse an genau deinem "Projekt" angemeldet.

Du kannst (vielleicht) deine persönliche Einschätzung zum Tier kund tun, schließlich hast du längere Zeit mit ihm verbracht und sehr gut kennen lernen können. Unter Umständen wird dir auch gestattet, das eventuell neue Zuhause anzusehen.

ABER:
Glaub mal nicht, du hättest automatisch Mitspracherecht, ob der Schützling wirklich dorthin passt oder nicht! Geht es der Organisation / Privatperson mehr um schnelle, als um sichere Vermittlung - und somit auch um schnelles Geld, wovon du in der Regel keinen Cent als Danke! sehen wirst... - hast du nicht die geringste Handhabe, dich dagegen zu stellen, auch wenn du ganz sicher weißt: Das wird auf Dauer nichts!

Im Extremfall bleibt dir schließlich nur die Eigenübernahme des Tieres, wodurch neben den ohnehin schon aufgebrachten Kosten die "Schutzgebühr" fällig werden könnte. - Voraus gesetzt, du findest nichts, das du entsprechend gegen die betreffende Organisation / Privatperson verwenden kannst und - belegbar! - gravierend gegen das Tierwohl spricht, weil es u.U. auf illegalem, kriminellem Verhalten basiert.

Lediglich vertrauenswürdige Orgas lassen sich auf Übernahme eines normal vermittelbaren, gesunden, nicht behinderten Tieres durch die Pflegestelle ein und / oder gestehen eine "vergünstigte Schutzgebühr" zu.

Eine Orga, die sich dagegen sträubt, möchte sich den wertvollen Pflegeplatz zu sichern versuchen und / oder beharrt darauf, dass man schließlich ebenfalls Auslagen hatte, selbst wenn diese mittlerweile nur einem Bruchteil derer entsprechen, was du schon locker gemacht hast.

Vielleicht liegt "das Geheimnis des Erfolges", sprich: vor allem die Eindämmung der Tierschwemme aus dem Ausland, wirklich in der Hand aktueller sowie potentieller neuer Pflegestellen, die sich nicht einseitig diktieren lassen, sondern Augen, Ohren und Gehirnzellen in Betrieb halten, indem sie ebenfalls "Ansprüche" stellen, auf Mitspracherecht bestehen und dies vertraglich festhalten lassen, bevor sie - bei aller Tierliebe und Engagement - überhaupt einen Finger krumm machen?!

Gäbe es kaum noch oder keine Pflegestellen mehr, die nur aus "reinster Tierliebe", sondern neben ihrem Herz auch mit Verstand handeln, dürften sich unzählige "Notunterbringungen" ziemlich schnell erledigen.

Deshalb meine persönliche Empfehlung an Alle, die mit dem Gedanken spielen, Pflegestelle werden zu wollen oder an ihrer aktuellen Situation etwas verändern möchten:
 
> Vor Aufnahme eines oder mehrerer Hunde aus dem Tiersch[m]utz: Erkundigt euch persönlich bei eurer Gemeinde, ob und ab wann die Hundesteuer für einen Schützling auf Zeit fällig wird.

Natürlich könnte man es darauf ankommen lassen... Hat man wirklich nette Nachbarn, kommt man damit u.U. durch, bei "richtig netten" Nachbarn kann's allerdings nach hinten los gehen. Siehe Hier.

Über die Dauer des Pflegschaftsverhältnisses sollte zu Gunsten der Pflegestelle vertraglich auf jeden Fall geregelt werden:
 
> monatliche Kostenpauschale für Futter & Zubehör (für Pflegekinder erhalten deren Pflegeeltern schließlich auch Unterstützung!),
> Übernahme bzw. Erstattung von Haftpflichtversicherung & Hundesteuer im vollen Umfang,
> Übernahme bzw. Erstattung etwaiger Anzeigenkosten,
> sofort abrufbares Tierarztbudget pro Monat, über das es keine "Voranmeldung" bedarf, *
> Konsequenzen für die Organisation / Privatperson, bei Nichteinhaltung der finanziellen Unterstützung,
> nicht nur Mitsprache-, sondern auch Mitentscheidungsrecht bei Vermittlung,

> vergünstigte oder entfallende Schutzgebühr bei Übernahme des Tieres durch die bisherige Pflegestelle.

* Hat man es bei der Pflegestelle mit wirklich versierten, klar strukturierten Menschen zu tun, wägen diese eine veterinär-medizinische Notwendigkeit (und damit auch die Kostenfrage) genau ab, statt wegen jedem Pups zum Tierarzt zu rennen. Weil kompetent bei der Sache, können sie kleinere Wehwehchen selbst behandeln - bspw. mit homöopathischen Mitteln sowie handelsüblichen Salben, die sich ohnehin in jedem Tierhaushalt befinden sollten.


Wieder aus selbst Erlebtem heraus, maße ich mir abschließend an, zu sagen: Jede nicht seriös arbeitende Organisation sowie Privatperson ist (über kurz oder lang) zu entlarven. Hört auf euer Bauchgefühl, haltet euch nicht mit langen "klärenden Gesprächen" auf (euch wird ohnehin ins Gesicht gelogen und ändern tut sich Nichts!), sondern macht euch bei dem kleinsten "Verdachtsmoment" daran, über die Institution / Person zu recherchieren. - In Zeiten des Internets und mit etwaig vorhandenem Detailwissen ein Kinderspiel.

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