"Baustelle" Hund - Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.
Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.

 
 




 


Wenn du dir einen Hund aussuchst, der in deinem Haus leben soll, musst du ehrlich zu dir selbst sein: Passt dieser Hund zu meinem
Lebensstil, mit all seinen Einschränkungen und kann ich ihn führen? Viel Liebe und gute Vorsätze bieten ihm noch kein ausgeglichenes Leben.

(aus: Der Hundeflüsterer von & mit Cesar Millan)


"Warum noch eine Website über Hunde?!"

Panda wenige Tage nach Übernahme als Pflegling. Die Unsicherheit und das Misstrauen Menschen ggü ist ihm noch deutlich anzusehen.
Könnte man jetzt, die Hände hinterm Kopf zusammen geschlagen, aufschreien.

Aber halt: diese Website ist ein klein wenig anders, denn sie wird keine "superlustigen" Geschichten erzählen, wie rosarot und zuckerwatteweich doch das Leben mit einem ("gebrauchten") Hund sei.

Meine Website ist primär den Hunden gewidmet, die bereits ein weniger prickelndes Lebensabschnitt hinter sich haben und kann auch so ziemlich für alles andere stehen:
 
- Für die Pfote von der Straße, die es nicht gelernt oder wieder verlernt hat, dass Menschen auch gut
  und nützlich sein können.
- Für die Nase aus schlechtem Vorbesitz oder vom skrupellosen Vermehrer.
- Für einen "normalen", umgänglichen Hund, der (warum auch immer) ein neues Zuhause sucht.
- Oder einfach nur für einen Welpen, dem man alles beibringen muss, um ihn zu einem sozial
  verträglichen, sicheren Hund zu machen.

Eines haben alle "Baustellen" gleich: uns Zweibeiner, die die Verantwortung und Aufgabe übernehmen wollen oder schon übernommen haben, behutsam und mit Bedacht ihr Werk zu meistern, damit es nicht zu einem Zusammenbruch kommt.

Scheitern kann verhindert werden, indem sich jeder, der einem (Straßen)Hund ein Zuhause geben möchte, bereits im Vorfeld eingehend - also: bis kurz vor die Bewusstlosigkeit - mit der Thematik auseinander setzt und kontinuierlich am Ball bleibt.

Sich einen "normalen", "unverdorbenen" Hund zu holen, zu erziehen, ihn ins Leben zu integrieren und artgerecht zu halten ist an sich kein Hexenwerk, wenn man seinem Hund nicht einfach nur hat, sondern mit ihm lebt - sprich: wenn Mensch bereit ist, seine (Körper)Sprache zu erlernen, um sich auch auf hundisch unterhalten zu können.

Etwas anders sieht es dagegen bei Sofawölfe aus, deren Start bzw. Leben bislang kein "Waldorf-Ponyhof" war.

Hier reicht es absolut nicht, einen Hund von der Straße nach Hause zu holen, ihn von vorn bis hinten zu bedienen ("er hatte es ja sooo schwer"), ihn pausenlos mit Fistelstimme voll zu texten, keine Minute die Finger von ihm zu lassen und Fertig.

Nicht selten tragen auch viele der so genannten Tiersch(m)utz-Organisationen ihren Teil dazu bei, dass immer wieder die richtigen Hunde in falsche Zuhause landen: Ableger von Jagd-, Hüte- und Treibhunde (Dackelgewächse, Collie-Modelle etc.) werden ebenso wie Lauf- und Herdenschutz-Verwandte (Podenco, Galgos, Kangals usw.) nicht nur "gerettet" und in ein angeblich besseres Lebens nach Deutschland gekarrt, statt die eigentliche Problematik vor Ort in Angriff zu nehmen und nachhaltig zu verändern.

Zu ihrem eigenen Übel werden diese Tiere auch noch als tolle, einfache Familienhunde angepriesen, denen Jedermann - ob mit oder ohne einen Funken Hundeverstand, auf jeden Fall: "ganz arg dringend" versteht sich - ein liebevolles, warmes Heim mit noch mehr Liebe und Geduld geben kann. Mehr braucht es nicht. BULLSHIT!

Ein Straßenhund bedeutet einen Zacken mehr Verantwortung, Umsicht und Arbeit: einfachste, gewohnte Handgriffe oder Bewegungen, denen wir (und ggf der bereits vorhandene Hund im Haushalt) keine besondere Bedeutung mehr beimessen, können bei Straßenhunden böse Erinnerungen wecken und zu einem Verhalten führen, das sich der Mensch - erst mal - nicht erklären kann.

Im schlechtesten Fall, ist der "ach so große Tierfreund" dann nicht bereit oder fähig genug, sich der Problematik zu stellen und dem Hund die Zeit zu zugestehen, die er schlichtweg braucht, um zu verstehen: Hier kann ich ich sein.

Aus Unsicherheit, Ungeduld, Unkenntnis oder schlichte Ignoranz seitens des Menschen, wird der Hund schnell als "gestört" abgestempelt und wieder weg gestoßen - das hätte man sich bereits im Voraus überlegen können.

Was mit Panda auf mich zukommen würde, konnte ich im Vorfeld nur erahnen - zumindest beschäftigte ich mich mit der Thematik schon einige Jahre in der Theorie durch Hören-Sagen-Lesen.

Da es mich nun praktisch treffen sollte, war es ein unumgängliches Must-do!, mir zusätzlich zu meinem bisherigem Hundewissen spezifizierten Input zu holen: Erfahrungsberichte, Informationen und Tipps von langjährigen Straßenhundehaltern sowie seriösen Tierschützern, Besorgen von entsprechendem Lesestoff und Rücksprache mit einer befreundeten Hundetrainerin, um im Fall der Fälle bestens gewappnet zu sein und bei Eventualitäten bewusst (re)agieren zu können.

Die Idee zu dieser Website entstand knapp am Ende der ersten Woche mit Panda, nach Lektüre von Nina Taphorns bereits erwähntem Buch, aufgrund von teilweise sehr widersprüchlich wirkenden Beobachtungen sowie der Tatsache, dass ich bereits nach der ersten Woche mit Panda auf meine äußerliche Erscheinung angesprochen wurde, ob ich krank gewesen sei, weil ich so mitgenommen aussah. - Täglich 24 Stunden Dauerbereitschaft hinterlässt ihre Spuren, ob man will oder nicht.

Mit meiner Website möchte ich wachrütteln was "Tiersch(m)utz" betrifft: nach Fertigstellung und Veröffentlichung von "Baustelle" Hund, fragte ich einige bekannte sowie fremde Webinhaber bzgl. Verlinkung an. Die Einen fanden diese Website längst überfällig, Andere wiederum lehnten eine Verlinkung aufgrund meiner oftmals kritischen, nichts beschönigenden Sicht der Dinge kategorisch ab, um den Schein einer Traumwelt weiterhin wahren zu können.

Welche Aspekte für Sie in Frage kommen und interessant sind, können nur Sie selbst beantworten. Bereit?!
 

 

© "Baustelle" Hund