"Baustelle" Hund - Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.
Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.

 
 





 


Hunde, die aus vermeintlichen Tierschutzgründen aus anderen Ländern zu uns gebracht und in Familien vermittelt werden, beschäftigen im zunehmenden Maße nicht nur die Tiermedizin sondern tauchen auch in Hundeschulen und Vereinen auf. Vielfach wurden den Menschen
völlig falsche Versprechungen gemacht, die sich insbesondere auf die gute Sozialisierung, Dankbarkeit und allgemein pflegeleichte Haltung
eines solchen Hundes beziehen.
(aus: Hunde aus dem Ausland, Expertenwissen für Hundeprofis 1, Hrsg.: U. Gansloßer)


Achtung: "Tiersch(m)utz"

Als Tierschutz werden alle Aktivitäten des Menschen bezeichnet, die darauf abzielen, Tieren individuell ein artgerechtes Leben ohne Zufügung von unnötigen Leiden, Schmerzen und Schäden zu ermöglichen. Der Tierschutz zielt auf das einzelne Tier und seine Unversehrtheit.

Im Unterschied zu den Vertretern so genannter Tierrechte, die teilweise jegliche Nutzhaltung von Tieren durch den Menschen ablehnen und Tiere und Menschen tendenziell gleichstellen, liegt im Tierschutz und den zugehörigen rechtlichen Regelungen im Tierschutzrecht der Schwerpunkt auf der sach- und artgerechten Haltung und Nutzung von Tieren durch den Menschen bzw. auf dem sach- und artgerechten Umgang mit Tieren.
(Quelle: Wikipedia)

Ich habe lange überlegen müssen, wie ich diese Seite a) beginnen und b) inhaltlich gestalten soll.

Denke ich an Tierschutz, kommen mir nicht nur Bilder und Worte von Ereignissen sowie persönlichen Erlebnisse aus meiner "gut gemeinten", naiven, aktiveren Zeit und das, was man sonst noch so mitbekommt in den Kopf, sondern vor allem die Galle hoch.


Tierschutz hat seine Existenzberechtigung, wenn er in gesundem Maß, an den notwendigen Stellen, zur richtigen Zeit und vor allem mit  Verstand und Weitblick betrieben wird. Hierzu zählt für mich persönlich, situationsbedingt, auch eine gewisse Form etwaiger "Selbstjustiz", wenn Behörden und sonstige, offizielle Tierschutzeinrichtungen versagen, weil man sie "außerhalb ihrer Geschäftszeiten" benötigen würde oder sie "nur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben handeln und tätig sein können".

Tierschutz fängt allein schon bei dem Gedanken an, sich ein Tier ins Haus holen zu wollen und den Überlegungen:
 
- Warum möchte ich (meine Kinder) ein bzw. dieses Tier?

- Passt es auch wirklich zu mir bzw. in mein Leben?
- Habe ich das notwendige Wissen darüber?
- Besitze ich entsprechend Erfahrung, um ihm gerecht zu werden?
- Bin ich wirklich bereit, mir Wissen so anzueignen, dass ich das von mir auf viele Jahre hin abhängige Tier artgerecht pflegen kann?
- Woher bekomme ich es?
- Was bin ich bereit, dafür zu investieren? (Zeit, Platz, Geld)

Regional bin ich oft und viel unterwegs und könnte aus dem Stand heraus kotzen, wenn mir jemand mit (Mit)Leidesmine erklärt, sein Tier (Hund / Katze) käme von der Straße oder aus ganz schlechtem Vorbesitz, ich aber allein anhand des situativen Umgangs mit ihm deutlich erkenne: auch mein Gegenüber hat's nicht verstanden, worauf es warum und wie ankommt!

Wie kann man bspw. ein ach so traumatisiertes Tier zu sich holen (um es zu "präsentieren"), obwohl es für sich die Situation in sicherer Entfernung zu beobachten vorzieht und / oder sich darüber beugen (Bedrohlichkeitsfaktor!), es hoch zu nehmen, unter dem Arm fest zu klemmen und ihm somit die Chance zu verbauen, sich arteigen und höchstwahrscheinlich positiv, dazu die Option auf freie Entscheidung, mit der Umwelt auseinander zu setzen?

Kleine Käfige im Fenster mit dem Einzelexemplar einer Schwarmvogelart; Käfige oder Holzverschläge in Zugängen oder Fluren mit eingepferchten Kaninchen / Hasen; Hamster oder Chinchilla, die zur "besten Tageszeit" stolz von ihren meist kindlichen Besitzern gezeigt werden.

Warum regen wir uns also auf, wie schlecht und nicht artgerecht in anderen Ländern (angeblich) mit Tieren umgegangen wird?! Um von unseren eigenen Defiziten abzulenken? Um die eigene, nicht artgerechte Haltung mit "aber da ja auch..." schön zu reden?

Aufgrund meiner bereits erwähnten Erfahrungen von allseits vorgegebenem "Tierschutz", stehe ich vor allem dem "Auslandstierschutz" mittlerweile äußerst kritisch gegenüber:
 

- Sei es eine deutsch-spanische Katzenhilfe, die nicht nur hart erbettelte Spendengelder von gutgläubigen Unterstützern verwirtschaftete, sondern deren Verantwortliche auch der Größenwahn packte und unheilbar kranke Tiere mit gefälschten Papieren nach Deutschland schleuste.

- Eine regionale, mittlerweile nicht mehr existente Hundehilfe, die Hunde u.a. illegal aus einem Drittland importierte und ihnen in Deutschland den EU-Ausweis ausstellen ließ.

- Eine Tierhilfe, die einem "deutschen" Hund in wirklicher Notlage die Aufnahme verweigerte, weil die letzten Platzkapazitäten für "dankbarere" Hunde aus Polen reserviert waren, mit denen man sich mehr Gefallen täte, als mit all den in Deutschland lebenden, "kaputt erzogenen Dreckshunden" (Hier nachzulesen).

- Eine Tierhilfe im Hochrheingebiet, die jeden gewünschten Hund (Rasse, Geschlecht, Farbe, Alter) "besorgen" kann, wenn im vorhandenen Bestand der "geretteten" Tiere nichts dabei ist, was dem jeweiligen Interessenten zur Nase steht. Die finanziellen Einbußen im "Tierschutz" werden dazu mit Vermehrung und Verkauf von Zier- sowie Nutzvögel "ausgeglichen". Gegen diese Praktik gibt es kein Ankommen, zumindest solange, wie sich der eigentlich zuständige Amtsveterinär regelmäßig mit Geflügelbraten "ruhig stellen" lässt...

- Organisationen, die vorgeben, dass sämtliche Vermittlungshunde Notfälle durch Fund oder Abgabe seien. Bei tiefergehender Recherche stellt sich allerdings heraus, dass so manche mit Vermehrern kooperieren und deren nicht verkaufbaren Hunde ebenfalls als "Notfälle" deklarieren, um sie wenigstens gegen "Schutzgebühr" abzugeben, wenn's zum "ganz großen Geld" (warum auch immer) nicht reicht.

- "Tierschützer", die bspw. bei facebook Bilder von scheinbar "nur" kranken, weil zugedeckten Hunden in Rumänien zeigen, um finanzielle Unterstützung für die Versorgung dieser Tiere zu erbetteln. Dass es sich hierbei um vollständig gelähmte Tiere (durch Krankheit oder Misshandlung) handelt, deren einzige, vernünftige Hilfe in der Erlösung durch Einschläfern liegt, versteht man erst, wenn man sich die Texte übersetzen lässt.

- Privatpersonen, die sich über Jahre hinweg als sehr engagierte, korrekte Tierschützer ausgeben, ihr Umfeld gekonnt zu täuschen wissen und sich mit fremden Federn schmücken.

- Prominente, mit denen sich gern geschmückt wird, von denen man sich einen "Nutzen" erhofft, stellen sich vor die Kamera und erklären, wie leid ihnen doch all diese Tiere täten und wenn man denn helfen könnte, solle man doch bitte dies und jenes tun (Adoption, Spenden, vor Ort helfen). Privat besitzt man allerdings einen oder mehrere vom Rassezüchter gekaufte Hund(e) ...

Diese Liste lässt sich genauso lang fortsetzen, wie sie schon jetzt aus Heuchlern und Möchte-gerns besteht.
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